Kurzbericht Antirepressionsdemo am 17.03.2018 in Hamburg

Am 17.03.2018 gingen um die 2000 Menschen in Hamburg auf die Strasse um der staatlichen Repression im Nachgang des G20-Gipfels etwas entgegenzusetzen. Aus Stuttgart gab es eine von uns organisierte Busfahrt für die gemeinsame Anreise. Ein ausführlicher Bericht der Demo findet sich auf dem Blog von United We Stand.

Wir haben als Solikreis eine Rede als Teil der Auftaktkundgebung gehalten, die im Folgenden dokumentiert ist:

Liebe Freundinnen und Freunde,

Letztes Ja im Juli gingen wir gemeinsam mit zehntausenden Menschen hier in Hamburg gegen den G20 Gipfel auf die Straße. Damit wollten wir das selbsternannte „Festival der Demokratie“ als das benennen was es ist: Ein Treffen der Repräsentantinnen und Repräsentanten des weltweiten Kapitalismus. Sie sind die Repräsentantinnen und Repräsentanten eines Systems von Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg.

Wie zu erwarten war, haben staatliche Behörden die Aktionen mit massiver Repression beantwortet. Von Anfang an wurde jeder Protest schikaniert, kriminalisiert und angegriffen. Sei es durch die Räumung von Protestcamps, durch die Zerschlagung der „Welcome to hell“-Demonstration oder durch den Einsatz schwerbewaffneter Sondereinheiten im Schanzenviertel.

Eine besonders hohe Zahl an Verhaftungen hatte der brutale Polizeieinsatz am Rondenbarg zur Folge – viele von ihnen aus dem Großraum Stuttgart. Ein Demonstrationszug wurde dort am frühen Morgen des 7. Juli von den Bullen unvermittelt und gewaltsam angegriffen. Demonstrantinnen und Demonstranten trugen zum Teil schwere Verletzungen davon. Auf Festnahmen und teilweise monatelange Untersuchungshaft folgten zahlreiche Ermittlungsverfahren.

Und die Schikanen und Einschüchterungsversuche gingen noch weiter: Im Nachgang der Proteste bekamen dutzende Betroffene Vorladungen der Polizei, mit der Aufforderung, freiwillig ihre DNA abzugeben. Diese Aufforderung zur Entnahme einer DNA-Probe stellt den Versuch eines krassen Eingriffes in die Persönlichkeitsrechte dar! Die Aktivistinnen und Aktivisten aus Stuttgart kamen dieser Aufforderung selbstverständlich nicht nach. Vielmehr machten sie deutlich, dass sie sich von dieser überzogenen und dreisten Vorgehensweise nicht einschüchtern lassen. Keine der angedrohten DNA-Entnahmen wurde bisher vollzogen. Es hat sich damit wieder einmal gezeigt, dass es nur einen richtigen Umgang mit der Polizei gibt: Konsequente Verweigerung jeder Zusammenarbeit!

Ganz offensichtlich geht es den Behörden darum, den Widerstandswillen der Aktivistinnen und Aktivisten zu brechen. Das zeigte sich auch bei den bundesweiten Hausdurchsuchungen am 5. Dezember 2017. Quasi zeitgleich mit der Polizei stand bei einem der betroffenen Objekte in Stuttgart ein Fernsehteam der Tagesschau vor der Tür: Es ging also nicht darum, irgendwelche angeblichen Straftaten aufzuklären. Das Ziel war es vielmehr, Angst zu machen und einzuschüchtern.

Für uns steht fest: Wir werden diesen Angriff auf uns und unsere Strukturen nicht widerstandslos über uns ergehen lassen! Wir dürfen diesem Einschüchterungsversuchen nicht nachgeben und müssen einen solidarischen und kollektiven Umgang mit Repression finden.

Im Solikreis >>G20-Repression<< Stuttgart kommen daher politische Initativen, Einzelpersonen und von Repression Betroffene zusammen. So können wir der Repression politisch etwas entgegensetzen. Und so können wir dafür sorgen, dass diejenigen, die es trifft, nicht alleine gelassen werden. Egal ob in Stuttgart, Hamburg und überall, wo sie noch zugeschlagen haben: Getroffen werden Einzelne, aber gemeint sind wir alle!

Darum lasst uns weiterhin solidarisch zusammenstehen. Und lasst uns nicht nur hier und heute, sondern immer weiter deutlich machen, dass wir uns unseren legitimen Protest nicht verbieten lassen!

Unsere Solidarität gegen ihre Repression – United we stand!

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